In der Humanmedizin ist die manuelle Lymphdrainage (MLD) schon lange eine Therapieform um Ödeme (Schwellungen) zu entstauen.

 

 Unter einem Ödem versteht man eine sichtbare Schwellung eines Körperteiles durch einen Lymphstau.

 

Lymphdrainage ist beim Pferd sehr effektiv. Gute und schnelle Behandlungserfolge sind möglich, da das Fettgewebe der Haut, unter welchem das Lymphsystem liegt, sehr dünn ist. Über spezielle, massierende Griffe wird der Lymphtransport gesteigert. Die Wundheilung wird verbessert und die Regenerationszeit verkürzt.

 

Die manuelle Lymphdrainage (MLD) am Pferd nach Prof. Dr. Dirk Beres von Rautenfeld ist eine speziell entwickelte sanfte Massagetechnik, die der Reduktion von Schwellungen dient.

 

Sie wirkt im Gegensatz zur herkömmlichen Massage nicht hauptsächlich auf die Muskulatur, sondern auf das sehr oberflächlich unter der Haut liegende Lymphgefäßsystem.

 

Dies durchzieht den Körper ähnlich wie das Blutgefäßsystem.

 

Bestimmte Grifftechniken wie z. B. Pump-Schöpf-Drehgriffe, stehende Kreise, usw. drainieren übermäßige Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe über die Lymphgefäße ab.

 

Studien haben ergeben, dass gerade Pferde sehr gut auf MLD ansprechen, d. h. Ödeme (Schwellungen) klingen dadurch schneller ab.

 

Die Lymphe ist eine hellgelbe Flüssigkeit und fließt in den Lymphbahnen. Sie transportiert Abwehrstoffe und Zellteilchen und ist maßgeblich an der Entgiftung des Körpers beteiligt. Somit beschleunigt die manuelle Lymphdrainage auch die Wiederherstellung verletzten Gewebes.

Das lymphatische System dient u.a. der Abwehr von Krankheitserregern und körperfremden Substanzen, seine Gefäße dem Transport des gelblichen Lymphplasmas.

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Hier sehen Sie ein stark ausgepägtes Ödem durch Mückenstiche bei einem Wallach
Gewebeschwellungen, ebenso eine Rötung und vermehrte Wärme, sind normale Reaktionen auf leichte Gewalteinwirkungen (z.B. Tritte)
Durch einen Lymphstau (auch Lymphostase genannt) kommt es zur Schwellung mit Flüssigkeitseinlagerung dem sog. Lymphödem.

Besonders häufig zeigt sich die Störung in den vorderen und den hinteren Gliedmaßen.

 

Man unterscheidet primäre und sekundäre Lymphödeme. Auslösende Faktoren können Gendefekte, Organerkrankungen oder auch Lymphbahnverschlüsse durch Gefäßveränderungen (Narben) sein.

 

Ein Lymphödem ist meist schmerzvoll. Der Verlauf in vier Stadien geht von einer leichten zu einer starken, teigigen Schwellung, weiter zu einer Fibrose (Bindegewebsvermehrung) mit Verhärtungen bis hin zu einer nicht mehr reversiblen (umkehrbarer Zustand) Schwellung mit Flüssigkeitsaustritt und Verdickung der Haut.

 

Primäre Formen (Primäres Lymphödem) weisen auf eine aszendierende (aufsteigende ) Ausbreitung hin (untere Extremitäten wie z.B. Krongelenk, Fesselgelenk bis über das Sprunggelenk).

 

Das sekundäre Lymphödem breitet sich deszendierend (absteigend ) aus z.B. bei den oberen Extremitäten von der Schulter über das Buggelenk zum Karpalgelenk  zum Fesselgelenk.

 

Unbehandelt kann es zu gereizter, roter Haut, Bläschenbildung, Verkrustung, Ekzem und Ulkus (Geschwür) kommen.

 

Fachgebiet Lymphdrainage | Copyright Carola Smyrek 2007

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